Warum muss ich es sein, die kämpft?
Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich mich völlig unter Wert verkaufe. Es ist so, dass ich vom Kopf her eigentlich weiß, was an mir liebenswert, schön und auffallend ist. Aber in manchen Momenten geht mir dieses Wissen leider Gottes komplett verloren und ich zweifle an mir. Mich überkommen dann so starke Selbstzweifel, dass ich wirklich nicht mehr weiß, wer ich bin und ob es überhaupt irgendetwas an mir gibt, was jemandem an mir gefallen könnte.
Da gibt es zum Beispiel einen jungen Mann in meinem Leben, für den ich mich gerade sehr interessiere. Dazu muss man sagen, dass er sehr schüchtern ist, und dass er große Bindungsängste hat. Es gibt Tage, an denen er wahnsinnig nett zu mir ist – an diesen Tagen gibt er mir dann auch das Gefühl, dass sich zwischen uns mehr entwickeln kann, wenn wir es nur zulassen. An anderen Tagen ist er absolut kalt und abweisend zu mir. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich weiß gar nicht mehr, was dann eigentlich wirklich die Wahrheit ist: Seine Wärme oder seine Kälte.
Ich habe das Gefühl, dass ich diejenige bin, die um ihn kämpfen muss, weil er ja solche Ängste hat. Aber sollten es nicht die Männer sein, die um die Liebe kämpfen? Warum denn die Frauen? Warum ich? Bin ich es denn nicht wert, dass ein Mann sich Mühe gibt, mich zu erobern?
Wenn ich nun daran denke, dass wir beide, er und ich, uns irgendwann mal in einer Partnerschaft befinden könnten…. Es sollte doch ein ständiges Geben und Nehmen sein. Ich möchte nicht immer nur geben, ich möchte auch nehmen. Es macht mich traurig, wie es ist.
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