Donnerstag, 3. Juli 2008

Kartenlegen: Interview mit Ute Radtke

Ute, von wem haben Sie das Kartenlegen gelernt?
Von einer Zigeunerin, da war ich zwölf Jahre alt. In der Stadt, in der ich aufwuchs, gab es einen großen Platz, wo sich damals die Zigeuner aufhielten. Das fanden wir als Kinder natürlich aufregend und wir liefen immer dort hin. Es war interessant, die Zigeunerin brachte mir keine richtige Legetechnik oder sowas bei, sondern sie sagte mir ich solle unterscheiden was „kalte“ und „warme“ Karten sind. Das klingt komisch, aber es funktioniert.

 

 
Welches Kartendeck und welche Legeweise benutzen Sie beim Kartenlegen, und warum?
Ich benutze meine eigenen Karten, ein Pokerblatt. Diese Karten haben ihre Bedeutung. Man findet sie in keinem Buch. Somit verlasse ich mich auf das was die Karten sagen und auf meine Intuition, welche beim Kartenlegen sehr wichtig ist. Die Karten lege ich nach Lust und Laune. Zum Einen mache ich – wie jeder andere auch – das große Kartenbild mit 36 Karten, zum Anderen aber auch je nach Situation viele kleine Versionen.

 

 

 Kartendeck

 

Probieren Sie denn das Kartenlegen auch bei sich selber aus ?
Kennen Sie Radio Eriwan? „Können Männer sich paaren?“ – „Im Prinzip nein, aber sie versuchen es immer wieder“. So ist das, wenn ich mir selber die Karten legen will. Ich versuche es immer wieder, aber es klappt nicht. Wenn ich etwas über mich selber erfahren will, muss ich eine andere Kollegin anrufen.

 


 
Wenn jemand selber das Kartenlegen lernen möchte, wie sollte er vorgehen?
Ich würde grundsätzlich vorschlagen, alle Bücher aus der Hand zu legen, und sich Karten auszusuchen, die einem gefallen, oder sich eigene Karten zu machen. Dann sollte man das Kartenlegen beginnen und zuhören, was einem die Karten dazu sagen. Das mag jetzt ungewöhnlich klingen. Aber nehmen Sie sich ein Skatdeck und kaufen Sie sich zwei verschiedene Bücher dazu. Sie werden zu jeder Karte zwei verschiedene Auslegungen und Aussagen bekommen. Meine Meinung ist: Finger weg und selber ausprobieren.

 


 
Haben Sie selber schon mal einen besonders spannenden „Fall“ gehabt?
Eine Bekannte von mir war einmal in Urlaub und hatte dort einen Mann kennen gelernt, der ihr unheimlich gut gefiel. An ihrem letzten Urlaubstag wollten sich die beiden nochmal treffen, es kam aber was dazwischen, und so verpassten sie die Gelegenheit, ihre Adressen miteinander auszutauschen. Ich legte meiner Bekannten die Karten. In meinem Kartenbild tauchte der Mann jedoch eindeutig auf. Ich dachte „Wie soll die den bloß wiederfinden?“ und zweifelte bald an meinen Karten. Wir konnten beide nicht glauben, dass das stimmte. Etwas später fuhr ich mit der Bekannten nach Düsseldorf. Mitten in der Altstadt läuft uns dieser Mann vor die Nase – noch dazu ein Berliner, das war kein Zufall, sondern Schicksal und dem kann man nicht entgehen.
 
Ute, wir danken Ihnen für das Gespräch!



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Donnerstag, 3. Juli 2008

Kartenlegerin: Interview mit Karten Karin Gutzeit

 

Kartenlegen

 

Karin, wie sind Sie zum Kartenlegen gekommen, gibt es ein Art Schlüsselerlebnis oder ist das Talent „vererbt?“
Mich haben die Karten schon immer fasziniert. Vererben kann man Talent nicht - nur Besitz oder Schulden! Meine Großmutter spielte sicherlich eine große Rolle; sie legte selber Karten und hat mich dem Kartenlegen nähergebracht; aber auch erkannte eigene Intuition, die mir von aussenstehenden Menschen entgegengebracht bzw. bestätigt wurde.

 

 
Ist Kartenlegerin Ihr Hauptberuf?
Kartenlegerin ist kein Beruf, sondern eine Berufung - und es ist für mich meine Berufung.

 

 
Wie kann man sich eine typische Telefonsitzung mit einer Kartenlegerin vorstellen?
Ich spüre ganz schnell die Schwingungen und Energien der Anrufer, die durch die Stimme zu mir rüberkommen. Die Karten sind nur ein Hilfsmittel.
Der Anrufer sollte möglichst unbefangen und nicht mit Wunschgedanken und bestimmten Vorstellungen behaftet sein - was sicherlich das schwierigste überhaupt ist -, denn seine eigene Mitarbeit und Konzentration sind ungeheuer wichtig, damit eine für ihn tragbare Lösung erarbeitet werden kann.

 

 
 
Für welche Fragen und Problemstellungen eignet sich Kartenlegen Ihrer Meinung nach besonders,aslo in welchen Situationen kann ein Kartenlegerin helfen? In welchen weniger?
Kartenlegen ist eine lebensberatende Hilfeleistung auf spiritueller und intuitiver Art und Weise. Berufliche und finanzielle Entwicklungen lassen sich sehr klar erkennen. Wenn z.B. ein Ratsuchender stark verschuldet ist, kann ich als Kartenlegerin ihm sicherlich nicht die Schulden nehmen, aber ich kann ihm konkrete Möglichkeiten zum Abbau aufzeigen. Ebenso bei Partnerschaftsproblemen. Ich kann diverse Möglichkeiten aufzeigen und besprechen, wie er aus der bedrückenden Situation wieder rauskommt und ihn auf diesen Weg begleiten. Generell lehne ich Auskünfte über den Tod ab.

 

 
 
Glauben Sie, dass der Beruf eines Kartenlegers bzw. einer Kartenlegerin von jedem erlernt werden kann oder benötigt man dafür eine angeborene spirituelle Grundbegabung?
Die Technik des Kartenlegens kann von jedem erlernt werden, aber das Deuten ist eine spirituelle und lebensberatende Aufgabe mit großer Verantwortung. Jeder Berater hat die Aufgabe Hilfeleistung zu geben und mit Hilfe der Intuition und der Karte eine gewisse Eindeutigkeit zu erkennen und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

 

 
Wie zuverlässig sind Ihre Prognosen?
Grundsätzlich sind aus den Karten Prognosen erkennbar, die eintreffen können. Aber man darf nicht vergessen, hier geht es um menschliche Schicksale. Durch das menschliche Verhalten können sich Ereignisse immer verzögern. Hier ist jeder eigenverantwortlich. Ich zeige klar Möglichkeiten und Tendenzen für einen längeren Zeitraum auf; dem Fragenden bleibt letztendlich immer die freie Entscheidung.

 

 
Haben Sie Angst, Ihr Talent irgendwann verlieren zu können?
Spirituelle und intuitive Lebensberatung ist kein Talent, sondern eine Gabe/Begabung. Es kommt immer darauf an, wie ich die Begabung einsetze. Wenn universelle Prinzipien eingehalten werden, also das Kartenlegen ausschließlich helfend und lebensberatend eingesetzt wird, geht die Gabe mit Sicherheit nicht verloren.

 

 
Warum sollte man gerade Sie anrufen; was unterscheidet Sie von anderen Kartenlegerinnen?
Na ja, wegen meiner Individualität, die natürlich jede andere Berater auch hat. Wer angerufen wird, hat die Aufgabe, den Fragenden bei seiner Problemlösung zu helfen und ihm eine Möglichkeit zur Lösung seines Problems aufzuzeigen. Nochmal – Die Ausübung als Kartenlegerin ist für mich kein Beruf, es ist meine Berufung.

 

 

Warum sollte man gerade Sie anrufen; was unterscheidet Sie von anderen Expertinnen?

Na ja, wegen meiner Individualität, die natürlich jede andere Berater auch hat. Wer angerufen wird, hat die Aufgabe, den Fragenden bei seiner Problemlösung zu helfen und ihm eine Möglichkeit zur Lösung seines Problems aufzuzeigen. Nochmal - Kartenlegen ist für mich kein Beruf, es ist meine Berufung.

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Montag, 2. Juni 2008

Herkunft des Tarots

 

Über die Herkunft des Tarots gibt es zahlreiche Legenden und nicht bewiesene Theorien. So mancher Tarothistoriker vermutete den Ursprung des Tarots im alten Ägypten, andere wiederum nennen die Zigeuner als Urheber und Verbreiter der Karten. Tatsache ist jedoch auch, dass hierüber auch viel Unwahres gestreut wurde – vermutlich, um die Geschichte der Karten spannender zu machen und dem Tarot ein geheimnisvolles Flair zu geben. Eines haben jedoch alle Anekdoten über den Tarot gemeinsam: die Idee, dass es sich bei den Karten um ein sehr weises System handelt.

 

Die erste Erwähnung finden Karten irgendwann im 14. Jahrhundert – und zwar parallel an verschiedenen Orten durch Verbote: so wurde beispielsweise im Jahre 1344 in Florenz ein Kartenspiel namens „Naibbe“ untersagt, 1376 wurde dort ein generelles Verbot aller Kartenspiele ausgesprochen. 1378 wurde in Regensburg und 1380 in Nürnberg ein Kartenspielverbot verhängt. Weitere Verbote fanden in Straßburg (1394) sowie Augsburg (1400) statt. Erst später kann man in der Kartengeschichte den Beruf des „Kartenmachers“ finden: In Deutschland findet er erstmals in Frankfurt um 1393 Erwähnung. In Spanien taucht erstmals 1465 die Innung der „Naiperii“ (Kartenmacher) auf. Wir können also davon ausgehen, dass die Karten teilweise als Gesellschafts- und Unterhaltungsspiel verwendet wurden. Verboten wurden Sie nicht wegen der Wahrsagerei, sondern um das Risiko der Glücksspiele einzudämmen. Alles was vorher geschah, ist unklar und ungenau und fußt meist auf Vermutungen und Spekulationen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts erreichte der Tarot weltweite Berühmtheit. Ausschlaggebend hierfür war der Orden des „Golden Dawn“, der 1888 in England gegründet wurde und ein Nachfolger des Rosenkreuzer Ordens war. Der Orden entwickelte ein eigenes Tarotdeck („Golden-Dawn-Tarot“), das bis heute erhältlich ist. Aus diesem Orden gingen auch Tarotexperten wie Arthur Waite und Aleister Crowley hervor, die die moderne Tarotwelt nachhaltig prägten. Auf ihre Karten wird in Kapitel 2 dieser Serie ausführlich Bezug genommen.

 

II. Struktur und Aufbau des Tarotdecks

Da sich unsere heutigen Kartenspiele mit dem Tarot in Struktur und Aufbau sehr ähneln, ist anzunehmen, dass die Karten den gleichen Ursprung haben. Insbesondere die spanischen und italienischen Spielkarten sind den Tarotkarten in den kleinen Arkana des Tarots sehr ähnlich. So kann man von folgender Entsprechung ausgehen:

 

Symbol im Tarot

Franz. Spielkarten

Deutsche Spielkarten

Spanische & italienische Spielkarten (Naibbe/Naipe)

Stab

Kreuz

Eichel

Keule/Stab

Schwert

Pik

Blatt

Schwert

Kelch

Herz

Herz

Kelch

Münze

Karo

Schellen

Münzen

 

Ein Tarotdeck besteht aus insgesamt 78 Karten, wovon 22 als  „große Arkana“ („Arkanum“ = lat. „Geheimnis“)  und die restlichen 56 als „kleine Arkana“ bezeichnet werden. Wie bei den herkömmlichen Kartenspielen besteht der Satz der kleinen Arkana  aus 4 „Farben“ (die so genannten „Elemente“ Stäbe, Schwerter, Kelche und Münzen bzw. Kreuz, Pik, Herz und Karo), die nochmals in Zahlenkarten und Hofkarten unterteilt sind.

Wir können also davon ausgehen, dass Tarot und Spielkarten verwandt sind, vielleicht sogar den gleichen Ursprung haben. Besonders die spanischen und italienischen Spielkarten sind unserem Tarot sehr ähnlich. Unklar ist dabei, wie die großen Arkana entstanden; man weiß nicht, ob sie den Kartenspielen entnommen oder hinzugefügt wurden. Für Ungereimtheiten sorgt auch stets der „Joker“ in den Spielkarten – manche vermuten den früheren Narren in ihm, der so in abgewandelter Form beim Kartenspiel erscheint.

 

Über den Hintergrund der 4 „Farben“ (Elemente)  wurde ebenfalls viel spekuliert; in erster Linie werden sie mit den vier klassischen Elementen, die wir aus der Astrologie kennen, in Verbindung gebracht. So entsprechen die Stäbe dem Element Feuer, Schwerter der Luft, Kelche dem Wasser und die Münzen der Erde. Auffallend ist auch, dass bereits früher eine Unterscheidung der Zeichen nach Polarität (männlich / weiblich) erfolgt sein muss, denn auf französischen Spielkarten sind die sog. männlichen Zeichen Pik und Kreuz schwarz dargestellt, während die weiblichen Zeichen Herz und Karo in roter Farbe gehalten sind.

 

III. Funktioniert das überhaupt?

Was hat es nun mit diesen 78 Karten aus Papier, mit denen sich offensichtlich Vergangenheit, Gegenwart und auch Teile der Zukunft hinterfragen lassen, genau auf sich? Wie „funktioniert“ der Tarot und wie kommt es, dass er zur richtigen Zeit unsere Anliegen so treffend widerspiegelt?

 

Der Psychologe Carl Gustav jung vertrat die interessante und stimmige These der Zeit-Synchronizität. Diese Theorie der Zeitgleichheit impliziert, dass jeder Augenblick seine eigenen Merkmale hat. Mit anderen Worten heißt das, dass wir die Zeit nur als Maßeinheit kennen, die sich linear einteilen lässt: Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft. Zeit hat für unsere Kultur also primär einen quantitativen Wert, der sich messen lässt. Es gibt aber auch noch eine Qualität der Zeit, die besagt, dass jeder Moment seine bestimmten Merkmale hat und sich auf verschiedenen Ebenen spiegelt. Wir kennen diese Theorie aus den alten hermetischen Gesetzen ("wie oben so unten"), und diese kommen in weiteren esoterischen Disziplinen zum Tragen, wie z.b.  in der Astrologie oder im Kalander der Mayas.

Das heißt also, dass genau in dem Moment, in dem wir uns zu einer bestimmten Frage die Karten legen, sich die Frage in den Karten widerspiegelt und zusätzlich wichtige Erkenntnisse zutage gefördert werden, die in unserem Unterbewusstsein schlummern. Das Thema Zeit-Synchronizität könnte auch eine Erklärung dafür sein, weshalb bei mehreren Legungen zur gleichen Frage oftmals viel Unsinn in den Karten zu stehen scheint bzw. die Aussagen so unklar und verwässert sind, bis man letztendlich genauso schlau ist wie vorher (für Anfänger, die so lange legen, bis etwas „Positives“ herauskommt, oft gefährlich): Nach mehrmaligem Befragen zum gleichen Thema scheint der Zeitradius immer „enger“ zu werden; meist ist dann feststellbar, dass die Kartenbilder die gegenwärtige Situation samt ihrer Wünsche und Befürchtungen anzeigen.

 

IV. Nutzen und Anwendung

Was kann der Kartenleger aus den Karten nun lesen?

Die Informationen, die wir vom Tarot erhalten, teilen sich erster Linie bildhaft und durch Symbole mit. Der Kartenleger macht also nichts anderes, als diese Bilder in unsere Sprache zu „übersetzen“. Eine Karte hat viele Facetten, ein konkretes Ereignis wie z.B. Geburt, Heirat oder Tod lässt sich nicht explizit herauslesen, ebenso wenig ein genaues Datum oder die Uhrzeit. Der Tarot ist ein sehr gutes Instrument, um die Synchronizität der Zeit auf mehreren Ebenen zu entschlüsseln. Er dient mit dieser Funktion primär als guter Ratgeber, der zur rechten Zeit die rechte Antwort gibt, uns dabei weder Entscheidungen abnimmt noch das Leben als unabänderliches Schicksal darstellt.

 

Wann brauchen wir den Tarot also? Und wann hilft er uns am meisten? Den Tarot kann man mit einem alten Weisen oder einem guten Freund vergleichen, den wir jederzeit um Rat fragen können, der unser Denken anregt und uns zu Eigenverantwortung motiviert. Das heißt also, dass der Tarot sehr hilfreich ist, wenn wir Entscheidungshilfe brauchen. Auch ermuntert er uns, wenn wir uns nicht sicher sind, welche Vorgehensweise die richtige ist, um ein Ziel zu erreichen.

Ebenso können wir den Tarot befragen, wenn wir am momentanen Stand einer Entwicklung interessiert sind und Einblick in die Zukunftstendenzen haben möchten.

Oftmals stellen wir uns die Frage „warum passiert gerade mir das?“ – hier kann der Tarot sehr gut die Hintergründe und Ursachen einer Angelegenheit darlegen. Und natürlich gibt uns der Tarot Ratschläge, wenn wir wissen möchten, wie ein Problem zu lösen ist.  

Wenn wir den Tarot also genauso befragen, wie wir es mit einem alten Weisen oder guten Freund tun würden, und wenn wir uns der Aussagegrenzen und der eigenen Verantwortung stets bewusst sind, dann leisten die Karten beste Dienste: Sie zeigen uns auf, wie wir zur rechten Zeit am rechten Ort sein können, sie warnen uns vor Fehltritten und helfen, unser Leben in die Hand zu nehmen. Wie das in der Praxis aussieht, erfahren Sie in den nächsten Ausgaben.

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